Was soll ich studieren? Hilfen zur Studienorientierung

1. Studienorientierung: Was soll ich studieren?

Wissen solltest du bei deiner Studienwahl, dass nur wenige Studiengänge, wie z.B. Lehramt, direkt auf den Beruf hinführen. BERUFENET hilft dir bei der Berufsfindung und Studienmöglichkeiten. Oft ergibt sich ein Berufswunsch aber erst im Laufe des Studiums. Je breiter dein Studium angelegt ist, desto größer ist die Jobauswahl.

Folgende Fragen helfen dir:

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2. Wie findest du den richtigen Studiengang?

Eine allgemeingültige Gebrauchsanweisung zur Studienwahl gibt es nicht. Hilfreich sind Gespräche mit Leuten, die dich kennen, z.B. Familie, Freunde und deine Lehrer. Sie können einschätzen, was zu dir passen könnte. Vorteilhaft ist es, wenn du früh weißt, was dir am wichtigsten ist. Die Herausforderung liegt darin, die eigenen Wünsche und Begabungen bestmöglich mit den künftigen Anforderungen des Arbeitsmarkts abzugleichen. Orientiere dich bei der Wahl des Studiengangs nicht primär am Arbeitsmarkt. Denn wenn Absolventen aus bestimmten Fachrichtungen dringend gesucht werden, belegen viele Schulabgänger Studiengänge zu diesen Fachrichtungen. Da alle etwa gleich lang für das Studium brauchen, gibt es dann nach drei bis fünf Jahren viel mehr Absolventen als freie Stellen.

bildungsdoc-tipp. ArbeiterKind ist eine gemeinnützige Initiative für alle Schüler, Studierende, die als erste in ihrer Familie einen Studienabschluss anstreben. Über 6.000 ehrenamtliche Mentoren, meist Studenten aus Arbeiterfamilien, beantworten deine Fragen per Mail, bei Stammtischen und Sprechstunden.

3. Welche Argumente sprechen für ein Studium?

  • Bestimmte Berufe, z.B. Arzt, Anwalt oder Lehrer, lassen sich nur über ein Studium erreichen.
  • Für gehobene berufliche Positionen wird i.d.R. ein Hochschulstudium vorausgesetzt.
  • Durch ein Studium werden wissenschaftliche Interessen befriedigt und intellektuelle Fähigkeiten entwickelt.
  • Akademiker haben in vielen Bereichen ein geringeres Risiko, arbeitslos zu werden als Nichtakademiker.
  • Akademiker erlernen das wissenschaftliche Arbeiten und erschließen sich so immer wieder neues Wissen.
  • Eine Entscheidung für ein Studium ist meist auch eine Entscheidung für eine neue Stadt, eine neue Gegend.
  • I.d.R. führt ein Studienabschluss zu besseren Verdienstmöglichkeiten, inklusive stetiger Gehaltserhöhungen.
  • An Hochschulen gibt es ein breites Angebot an Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen, um sich dort interkulturell, sprachlich, aber auch persönlich weiterzuentwickeln.
  • Absolventen genießen oft großes Renommee in Unternehmen – vor allem, wenn sie international aufgestellt sind.
  • Last but not least: In immer mehr Berufen benötigst du als Arbeitnehmer heute wissenschaftliche Kompetenzen, um analytisch zu denken und eingefahrene Praktiken zu hinterfragen. Du musst dir selbständig neue Kenntnisse aneignen, musst die Folgen deines Handelns abschätzen und dein Tun theoretisch einordnen. All dies lernst du i.d.R. nicht in einer Berufsausbildung, sondern in einem Studium.

bildungsdoc-hinweis. In jedem Studium gibt es auch Frustphasen. Damit du diese durchhältst, muss deine Motivation stimmen. Klare Ziele helfen. Ab und zu mal an sich und allen anderen zweifeln ist normal. Nur verzweifeln darfst du nicht! Wenn du etwas, auch unter Schwierigkeiten, zu Ende bringst, stärkt das deine Persönlichkeit.

Welche Hilfen (Veranstaltungen) gibt es zur Studienorientierung?

4. Welche Hilfen, Veranstaltungen gibt es zur Studienorientierung?

Seminare zur Studienorientierung: Bildungszentren in den Bundesländern bieten Orientierungsseminare zum Thema „Abitur–und dann?“ an – meist 1/2 Tag und kostenfrei.
Bildungsmessen: u.a. stuzubi, vocatium, einstieg. Breites Spektrum an Studien- und Ausbildungschancen mit Kontakten zu Unis und Unternehmen wird geboten.
Schnupperstudium: Oberstufenschüler, die schon wissen, welches Fach oder welche Fächer sie interessieren, besuchen ausgewählte reguläre Uni-Veranstaltungen, häufig Grundlagen- oder Einführungsvorlesungen. So erhältst du einen realistischen Einblick in den Uni-Alltag. Starte zu Semesterbeginn (Mitte Oktober oder April), weil viele Veranstaltungen aufeinander aufbauen und jede Woche etwas schwieriger werden.
Schülercampus, Sommeruniversität: Oberstufenschüler, die schon wissen, in welche Richtung es ungefähr gehen soll, erhalten einen Einblick in die Studiengänge einer Hochschule. In Workshops wird der jeweilige Fachbereich vertieft. Du knüpfst Kontakte zu Studenten und Professoren und bekommst ein Gefühl für die Uni.
Hochschulinfotage zur Studienorientierung: Sie geben dir die Möglichkeit, Angebote der Hochschule kennenzulernen und Einblicke in das Studium zu bekommen. An diesem Tag gibt es spezielle Vorlesungen.
Hochschulmessen: Zahlreiche Hochschulen, Unis und Fachhochschulen stellen sich vor und du kannst Vorträge zu Studienthemen besuchen. Informiere dich vorm Messebesuch, welche Angebote dich davon interessieren.
Studienberatung: Studienberater der Hochschulen haben einen Überblick über die Studiengänge und deren Anforderungen. Auch können sie dir sagen, welche Chancen du später mit deinem gewählten Studiengang auf dem Arbeitsmarkt hast. Frage auch gezielt nach den Studieninhalten. Sie sind häufig der Auslöser für Studienabbrüche, da nicht wenige Studenten sich von ihrem Studiengang etwas anderes versprochen hatten.

bildungsdoc-tipp. Recherchiere rechtzeitig nach für dich passenden Veranstaltungen in deinem Umkreis. Oft ist eine Anmeldung notwendig, da die Plätze limitiert sind bzw. es ist ein Unkostenbeitrag zu zahlen.

5. Lohnt sich eine Ausbildung vorm Studium?

Studenten mit beruflicher Vorerfahrung sind i.d.R. zielstrebiger und disziplinierter. Eine Ausbildung lohnt sich fast immer. Optimal ist es, wenn die Ausbildung fachlich dem nachfolgenden Studium nahekommt. Die Ausbildung ist praxisorientiert und du erlangst berufliche Handlungsfähigkeit. Du hast einen ganz anderen Bezug zu Lehrinhalten, wenn du anschließend ein Studium beginnst, z.B. eine kaufmännische Lehre mit anschließendem BWL-Studium. Hier haben Studenten mit einer Ausbildung einen klaren Vorteil im Grundstudium.

Zum anderen sind diese jungen Erwachsene auch in ihrem sozialen Entwicklungsstatus weiter, wenn sie erst mit 22 statt mit 19 Jahren an die Hochschule kommen. Nur wer schon in der Oberstufe des Gymnasiums weiß, dass er eine wissenschaftliche Karriere an einer Uni anstrebt, sollte keine Zeit verlieren und direkt ins Hochschulstudium einsteigen.

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6. Resümee: Was soll ist studieren?

  • Folge bei deiner Studienwahl nicht unbedingt den aktuellen Trends, denn dann wirst du mit überfüllten Hörsälen, Seminaren und viel Konkurrenz rechnen müssen. Entscheide dich für einen Studiengang, der tatsächlich deinen Interessen und Fähigkeiten entspricht. Beziehe auch geschlechteruntypische Berufe in deine Überlegungen ein.
  • Richtest du deine Studienwahl bzw. Berufsplanung nur nach den Jobchancen aus, gehst du ein hohes Risiko ein und bist später vielleicht zu oft unzufrieden. Burnout entwickelt sich auch deshalb so rasant schnell, weil eine immer größer werdende Schar von Arbeitnehmern keinen oder nur noch wenig Sinn in ihrer Arbeit sehen.
  • Eine allgemeingültige Gebrauchsanweisung zum Traumjob gibt es nicht. Deshalb musst du nach Studienende immer ein gewisses Maß an Unsicherheit aushalten. Wenn du schon während des Studiums deine Stärken und Schwächen kennengelernt und an deinem persönlichen Profil gearbeitet hast, bist du auf jeden Fall im Vorteil. Mit einem abgeschlossen Studium sitzt du jedenfalls schon mal in den vorderen Reihen
  • Auch nach einem erfolgreichen Studium bist du nicht sorgenfrei bis an dein Lebensende. Wenn du deinen Fuß zum ersten Mal auf den Arbeitsmarkt setzt, wirst du die raue Atmosphäre verspüren, die dort anzutreffen ist. Bis du deinem Platz im Arbeitsleben gefunden hast, musst du zumindest einmal besser gewesen sein als deine Mitbewerber auf die angebotene Stelle. Viel Spaß dabei!

7. Welche Hilfen gibt es für studierende Eltern und behinderte Studenten?

  • Finanzielle Unterstützung beim Studieren mit Kind gibt es u.a. durch: BAföG, Kindergeld, Elterngeld, Unterhalt und Steuern. Außerdem können Kinder bis zum zehnten Lebensjahr kostenlos in der Uni-Kantine mitessen!
  • Das staatliche Hochschulgesetz legt fest, dass Studenten mit Behinderung nicht benachteiligt werden dürfen und dass sie die Angebote der Hochschulen ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können.
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