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Studienplatzabsage und Studienabbruch

1. Studienplatzabsage – und was nun?

11 Alternativen zeigen dir neue Möglichkeiten!

Es gibt Alternativen zum Studium und auch jede Menge Möglichkeiten, die Zeit sinnvoll zu überbrücken – bis es mit dem Wunschstudienplatz dann doch noch klappt:

    1. An mehreren Hochschulen bewerben: Hast du nur einen mäßigen Abiturschnitt, solltest du dich an mehreren Hochschulen bewerben, denn oft gibt es bei gleichen Studiengängen unterschiedliche Zulassungsgrenzwerte.
    2. Ähnliche Studiengänge ohne Numerus clausus (NC) herausfinden: Ist dein Wunschfach mit NC versehen, suche nach ähnlichen Studiengängen ohne NC. Hilfe erhältst du von den Studienberatungsstellen der Hochschulen.
    3. Wartesemester einplanen und später wechseln: An einigen Hochschulen gibt es den NC für ein Fach und nur für das erste Semester. I.d.R. reduziert sich die Studentenanzahl danach. Dann sollte es dir gelingen, von einem Seitenfach zu wechseln und Leistungen anerkannt zu bekommen.
    4. Private (Fach)Hochschule: Klappt die Finanzierung, bewirb dich bei einer Privaten. Vorteil: Gute Berufsaussichten im Management und Wirtschaft allgemein.
    5. Studiere bei der Bundeswehr: Formal besteht kein NC. Voraussetzungen sind: Verpflichtung für 13 Jahre und bestandener Eignungstest für den Offiziersberuf. Vor dem Bundeswehr-Studium erfolgt eine Grundausbildung – mind. 12 Monate. Gehalt während des Studiums.
    6. Studienplatz einklagen: Das solltest du dir gut überlegen. Die Klage bietet zwar eine Chance, doch noch einen Studienplatz zu bekommen, aber lt. Statistik ist die Abbrecherquote danach einfach zu hoch. Lass dich, wenn du diesen Schritt gehen möchtest, von einem Fachanwalt für Verwaltungsrecht beraten.
    7. Wartesemester mit Zeitarbeit überbrücken: Brauchst du Wartesemester, überbrücke diese z.B. mit Zeitarbeit. Sie hilft dir dabei, erste Berufserfahrungen, auch bei namhaften Unternehmen, zu erhalten und eventuell bereits Einblicke in den Wirtschaftszweig zu bekommen, indem du nach deinem Studium arbeiten willst.
    8. Erlerne einen Beruf: Liebst du die Praxis, beginne mit einer Berufsausbildung. Es gibt viele interessante Ausbildungsberufe. Die meisten Ausbildungen sind auch noch dual organisiert, d.h., dass du als Azubi in einem Unternehmen lernst und parallel dazu eine Berufsschule besuchst. Schulabgänger entscheiden sich für eine Ausbildung in einem Bereich, der mit dem gewünschten Studienfach zu tun hat und haben beim Studium einen entscheidenden Vorteil: Du verfügst schon über Praxiserfahrungen.
    9. Auslandspraktikum: Mach ein Praktikum mit Sprachkurs, welches im Zusammenhang zum Beruf stehen sollte. Bei der nächsten Bewerbung wirst du davon profitieren.
    10. Sozialer Freiwilligendienst: Engagiere dich im sozialen Bereich bei staatlich geförderten Freiwilligendiensten. Das bringt dir wertvolle Erfahrungen und Pluspunkte im Lebenslauf.
    11. Freiwilligenarbeit im Ausland: Gestalte deinen Freiwilligendienst multikulturell und erlerne oder festige eine Fremdsprache. Informiere dich dafür bei einer der vielen Organisationen, die Freiwilligenprogramme im Ausland (auch mit Sprachkurs) anbieten.
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2. Studienabbruch – warum?

Etwa 30% der Studenten brechen ihr Studium ab. Ursachen dafür sind vor allem:

  • Vor Studienbeginn zu wenig Zeit genommen, sich über die eigenen Interessen, Fähigkeiten und Kompetenzen bewusst zu werden.
  • Falsche Vorstellungen über Studieninhalte bzw. dem zu erwartenden Beruf.
  • Fehlendes Interesse für die Studieninhalte.
  • Frage nach persönlichen Sinn des Studiums.
  • Das Gefühl des ‚Müssens‘ und nicht des ‚Wollens‘ zu haben.
  • Leistungsgründe.
  • Eigene Krankheit oder erkrankte Familienmitglieder.

bildungsdoc-hinweis. Lass dich beraten – das Leben geht weiter!

Bevor es zum Studienabbruch kommt, solltest du zuerst nachfolgende Punkte abarbeiten:

  • Frage dich ehrlich: Bin ich überfordert? Fehlt mir der Antrieb, zur Uni zu gehen? Bekomme ich Bauchschmerzen, wenn ich nur an das Studium denke? Wenn du das täglich denkst, durchlebst du nicht nur eine kleine Krise.
  • Mach vorm geplanten Studienabbruch eine selbstkritische, ehrliche Einschätzung, ob du mit den formalen und inhaltlichen Anforderungen an der Hochschule, Universität dauerhaft zurechtkommst.
  • Rede mit richtigen Freunden (nicht Facebook-Freunden) und mit deiner Familie über deine anhaltenden Probleme beim Studium. Hole dir so Meinungen und Anregungen ein, die dir die Entscheidung erleichtern.
  • Rede auch frühzeitig mit deinen Dozenten, wie sie deine Leistungsfähigkeit einschätzen und ob sie bei dir die Chance sehen, einen ordentlichen Abschluss hinzubekommen.
  • Frage bei der Studienberatung deiner Hochschule, Universität, bei Tutoren bzw. höheren Semestern nach, wie sich die Leistungsanforderungen hin zum Examen noch steigern. Schätze ein, ob du in der Lage bist, auch mit entsprechenden Nachhilfen, den Anforderungen gerecht zu werden.
  • Informiere dich auch bei der Arbeitsagentur, der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Handwerkskammer (HWK) vor Ort zu Projekten für Studienabbrecher. Frage u.a. nach, wie bisher erbrachte Studienleistungen auf eine neue Ausbildung angerechnet werden können und wie deine Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt aussehen.

bildungsdoc-hinweis. Sollte der Studienabbruch die einzig richtige Entscheidung sein, geht danach die Welt nicht unter. Schließt sich eine Tür, öffnet sich eine andere. Du erhältst eine neue Chance, auf einen anderen Weg zum beruflichen Erfolg zu kommen. Möglicherweise passt die neue berufliche Chance besser zu dir und bringt dir am Ende sogar mehr Erfolg als der akademische Karriereweg.

Mittlerweile sind die Studienabbrecher, vor allem die aus den MINT-Fächern kommen, begehrt auf dem Arbeitsmarkt. Nicht nur im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich gibt es hohen Fachkräftemangel. Studienabbrecher bekommen hier ihre zweite Chance, jetzt richtig durchzustarten. Übrigens fällt dir vieles leichter, wenn du einen Plan B vorm Studienabbruch hast!

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